Rezension | Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch

Mit diesem Buch verbinde ich eine kleine Geschichte. Zuerst begegnete ich ihm auf der Büchermesse in Dresden. Was? Dresden hat eine Büchermesse? Ähm, ja, wenn man einen kleinen Raum mit einer Handvoll Bücherstände als Messe bezeichnen kann. Trotzdem werde ich dieses Jahr wieder dort vorbeischauen, weil es mich unglaublich freut, das in meiner Stadt überhaupt so etwas veranstaltet wird.

Was ich jedenfalls sagen wollte, ich kaufte mir das Buch dort nicht. Warum? Keine Ahnung, vielleicht weil ich bereits den Arm voll hatte und dieses eine, für mich, als eines zuviel erschien. Wer weiß … Obwohl der Preis wirklich unschlagbar war. Und, wie es immer kommt, wenn man etwas sieht und nicht kauft … man sieht es dann plötzlich überall! Zwei Monate später kaufte ich es mir für den vollen Preis im Buchladen. Ärgere ich mich darüber? Nööö, gar nicht … *hust* einreden kann ich es mir ja *hust*

Die Flüsse von London // Ben Aaronovitch

Autor: Ben Aaronovitch
Verlag: dtv Verlag
ISBN: 978-423-21341-7
ca. 478 Seiten
Preis: 9,95 €

Verlag|Thalia|Amazon

Um was geht´s?

Peter Grant ist frischgebackener Police Constable, als man ihm einen unerwarteten Karrierevorschlag macht: Er soll Zauberlehrling werden, der erste in England seit fünfzig Jahren. Jetzt muss er sich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin aushandeln, Leichen in Covent Garden ausgraben … Alles ziemlich anstrengend. Und der Papierkram!

Wie fand ich es?

Also um ganz ehrlich zu sein, hat mich das Buch von Ben Aaronovitch nicht wirklich vom Hocker gerissen. Der Einstieg fiel mich sehr schwer und die Figuren blieben für mich viel zu lange blasse Gestalten. Gerade bei Peter Grant, dem Protagonisten des Buches, hätte ich mir zu Beginn mehr Information gewünscht. All das kam dann im Buch Stück für Stück, sodass ich schlussendlich einen guten Eindruck von Peter hatte. Aber zu Beginn habe ich dort ziemlich lange im Dunkeln getappt.

„Wir schlenderte lässig die Straße lang. In meinem Fall so lässig, wie es eben geht, wenn einem bei jedem Schritt zwei Handgranaten gegen die Hüfte schlagen.“

Die Flüsse von London, S. 158.

Die Ermittlungen, mit denen Peter sich herumschlägt, waren auch ein Punkt, der mich teilweise etwas verwirrt hat, denn es werden mehrere Fälle miteinander verwoben. Auch hier musste ich manchmal überlegen, was die Fälle jetzt nun miteinander zutun hatten. Teilweise war das gar nicht der Fall, bei anderen wiederum ergab sich erst zum Schluss das große Ergebnis.

Ein Großteil der Story verliert sich in Beschreibungen von London, seinen Straßen und Gebäuden. Ab und an fühlte es sich mehr an, als würde ich einen Reiseführer lesen, statt einen Krimi. Das alles raubte der Geschichte leider sehr die Spannung und ließ sie langatmig und aufgebläht wirken. Deshalb habe ich Passagen manchmal auch nur überflogen, wenn ich merkte, dass sich der Autor wieder in der Beschreibung von Straßen und Gebäuden verlor. Für manche Leser mag das sicherlich interessant sein, aber mich hat das überhaupt nicht angesprochen.

„Seawoll starrte Lesley finster an, er war eindeutig nicht erfreut. Lesley starrte mich finster an, sie war eindeutig nicht erfreut, dass Seawoll nicht erfreut war. Nightingale wirkte bloß zerstreut […]“

Die Flüsse von London, S. 198.

Der Schreibstil und die Art von Peter konnten mich hingegen vollends überzeugen. Peter ist ein witziger Geselle, der vieles eher ironisch betrachtet und in dessen Gedanken immer ein gewisser Sarkasmus mitschwingt. Da ich schwarzen Humor sehr mag, hat mich das dann doch einige Male zum Schmunzeln gebracht. Zumal Ben Aaronovitch die Briten hier und da wirklich witzig auf die Schippe nimmt und gerade die Polizei, die ein oder andere Spitze einstecken muss.

Fazit?

Insgesamt konnte mich das Buch von Ben Aaronovitch leider nicht von sich überzeugen. Neben dem ansprechenden Schreibstil und der coolen sarkastischen Art von Peter Grant, bot mir das Buch einfach nicht genug Spannung. Der Autor hielt sich für meinen Geschmack zu sehr mit Nebensächlichkeiten auf, die das Buch unnötig aufblähten und auf mich langatmig wirken ließen. Ich werde wohl kein weiteres Buch dieser Reihe lesen.

#BookRoadTrip

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9 Gedanken zu “Rezension | Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch

  1. Vanessa Callsen schreibt:

    Liebe ella,
    Ich bin eh kein krimifan dafür liebe ich aber Geschichten die im alten London spielen. Eigentlich generell in London.

    Irgendwie macht deine RezenSion mich neugierig und schreckt mich ab gleichermaßen. Ein Zwiespalt 😅💙

    Was mach ich nun?🤣

    Alles Liebe Nessi von Nessis Bücher 💙

    Gefällt 1 Person

    • Hey Nessi,

      wie gesagt, mich hat es nicht unbedingt angesprochen, aber wenn du sagst, dich interessieren gerade die Fakten rundum London, dann denke ich, könnte dich dieses Buch durchaus begeistern. 😀 Gib mir auf jeden Fall mal Bescheid, ob du es lesen wirst oder nicht.

      Liebe Grüße
      Ella ❤

      Gefällt mir

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