Rezension | VARIA – City of magic von Anika Ackermann*

**Achtung – Rezensionsexemplar – Kann Spuren von Werbung enthalten**

Oh manno, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie mich mein schlechtes Gewissen über die letzten Wochen ääh … Monate, geplagt hat. Dieses Buch liegt nun seit September hier … gelesen … aber ohne eine einzige geschriebene Zeile dazu. Aber die Umstände ließen es einfach nicht zu, dass Finger und Tastatur miteinander kommunizieren wollten. ABER jetzt!! Hahaaa!

Varia durfte mich in meinen Jahresurlaub 2018 begleiten, was meines Erachtens die beste Entscheidung überhaupt war. Denn mit fast 600 Seiten ist das Buch ein beachtlicher Wälzer, wie man so schön sagt. Im Urlaub hatte ich deshalb genug Strandzeit über, um in Ruhe in die Geschichte eintauchen zu können, dort auf Dristan und Essylt zu treffen und sie kennenzulernen. Wie der Zufall es wollte, begegnete ich ihnen sogar auf Mallorca in einem Museum. Verewigt auf einem Thron aus Holz, dessen geschnitzte Verzierungen die Geschichte der beiden erzählte. Damit werde ich dieses Buch wohl auf ewig mit meiner Reise verbinden.

Holzthron mit Isolde und dem König

Anika Ackermann ist für mich kein unbekannter Name mehr, bereits mit ihrem Buch Lucrum konnte sie mich überzeugen. Damnum schlummert auch schon auf meinem eReader und Soul of Stars liegt bereits auf der Wunschliste. Ich habe mich deshalb wirklich sehr gefreut, als ich das Angebot von ihr erhielt VARIA zu lesen. Vielen lieben Dank noch einmal an dieser Stelle.

Autorin: Anika Ackermann
Verlag: Selfpublishing
ISBN: 9-783752-861945
ca. 557 Seiten
Preis: 17,95 Euro (Taschenbuch)

Autorin | Amazon

Um was gehts?

Sie ist Heilerin. Er ist Kopfgeldjäger. Ihre Liebe entscheidet über das Schicksal einer ganzen Stadt.

Für Dristan ist es ein Mord wie viele andere. Für Essylt ist es der Tod ihres geliebten Onkels. Als sie sich in seinen Mörder verliebt, gerät sie in den gnadenlosen Kampf um Varia.

Die wahre Geschichte von Tristan und Isolde: Magisch. Leidenschaftlich. Gefährlich.

Wie fand ich es?

Dieses Buch stand seit seinem Erscheinen in meinem Blickfeld. Ich meine, schaut euch dieses traumhafte Cover an! Es schreit förmlich danach gelesen zu werden, zumindest geht es mir so. Auch die Innengestaltung steckt voller liebevoller Details und Herzblut. Ich habe es beim Lesen immer wieder durchgeblättert, um die Einzelheiten zu bewundern. Einfach wunderschön. Da macht das Lesen gleich nochmal doppelt so viel Spaß.

Wie bereits bei Lucrum begeistert die Autorin auch in ihrer neuesten Geschichte mit einem sehr tiefgründig beschreibenden und philosophischen Schreibstil. Sie gibt sowohl die Gefühle als auch die Umgebung ihrer geschaffenen Welt in zahlreichen Details wieder. Auch die zeitversetzten Handlungsstränge, denen man im Laufe der Geschichte begegnet waren für mich super eingearbeitet. Es gibt Bücher, da bringt einen so ein Einschub total raus. Das war hier keineswegs der Fall.

Gleich zu Beginn startet die Story mit Dristan und man wird förmlich mitgerissen. Es ist unglaublich spannend. Ich konnte die Beweggründe, wieso Dristan Kopfgeldjäger geworden ist, wirklich gut nachvollziehen und so war ich zu Beginn voll auf seiner Seite, als er und sein Meister den schicksalhaften Auftrag annahmen. Das Blatt wendet sich jedoch ganz schnell, als ich wenige Kapitel später Essylt kennenlernte. Sie ist das totale Gegenstück zu Dristan und dennoch sind ihre Lebenswege untrennbar miteinander verbunden. Die beiden harmonieren sehr gut und ihr Schlagabtausch war wirklich amüsant zu verfolgen. Teilweise wirkte ihre Zeit miteinander allerdings etwas langatmig und plätschernd. Aber ich finde, dass das irgendwie auch nötig ist, ansonsten wäre die Entwicklung ihrer Gefühle füreinander wohl nicht so authentisch. Es ist eben nicht jede Minute eines Lebens voller Spannung.

Bei Essylt hatte ich zu Beginn so meine Probleme. Irgendwie fehlte mir da ein Stück Hintergrund. Sie ist Heilerin und kann sich offenbar ein angenehmes Leben leisten, aber wovon? Diese Frage ist seltsam, denkt ihr? Normalerweise hätte ich mir die auch nicht gestellt, wenn Essylt Geld für ihre Heilkünste genommen hätte. Aber so blieb ihr Lebensstil für mich ein ungeklärtes Mysterium. Was letztendlich aber nichts mit der Geschichte an sich zutun hat. Nur eine Frage, die sich mir während des Lesens aufdrängte.

Leider kam zu dieser Frage auch das Gefühl, dass die Autorin sehr viel Aufmerksamkeit auf Nebensächlichkeiten legte. Die mich persönlich eher gelangweilt, als angesprochen haben. Ab und an brauche ich das auch, die Momente, in denen der Protagonist einfach nach draußen geht und die frische Luft genießt. Seine Gedanken sammelt und auf sein Leben zurückblickt. Es nimmt immer etwas Fahrt aus der Story, was, wie schon gesagt, ab und an echt ganz cool sein kann. Bei Varia kam mir das leider eine Spur zu oft vor. Es hat der Geschichte gewaltig an Tempo genommen, was ich sehr schade finde.

Was mir verdammt gut gefallen hat, war die Entwicklung der Charaktere und ihrer Gefühle. Ich habe jeden Moment mit Essylt und Dristan mitgelitten. Vor allem als dann klar war, was sie füreinander empfinden, trotz aller Widrigkeiten. Das ist der Autorin unglaublich gut gelungen. Selbst die »Bösen« waren irgendwie nicht böse. Ja, also schon böse, aber ich konnte ihr Handeln und ihren Sinn hinter allem so gut verstehen. Kennt ihr das? Wenn ihr wisst, es ist falsch, und trotzdem habt ihr dafür irgendwie Verständnis? Genau das passierte mir hier.

Fazit?

Varia — City of Magic ist ein Buch für das man sich Zeit nehmen sollte. Es ist keine leichte, zwischendurch Lektüre, denn die Story steckt voller ruhiger Momente, die zum Nachdenken anregen. Gefühlen, die einen mitreißen und einer Liebe, der man sich nicht entziehen kann. Auch wenn mir die Spannung ab und an zu kurz kam, so kann ich dennoch sagen, das mich das Buch bewegt hat. Vor allem im Hinblick auf die Entwicklung der Charaktere, die meines Erachtens absolut gelungen ist. Auch die angesprochenen gesellschaftlichen Punkte und die Darstellung der verschiedenen Fronten zeigt mal wieder, wie gut aktuelle Themen auch in Fantasy-Bücher passen können.


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4 Gedanken zu “Rezension | VARIA – City of magic von Anika Ackermann*

  1. Hey :)

    Ich habe das Buch auch gelesen, aber nach ca. 450 war es einfach zu uninteressant für mich und ich habe es abgebrochen. Die Grundidee hat mir gefallen und auch der Einstieg, aber dann wurde es mir zu langweilig, obwohl ich solche langsamen Bücher eigentlich mag.

    Liebe Grüße,
    Jessi

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Jessi,

      das kann ich schon verstehen. Zwischendurch empfand ich es auch als etwas langatmig, aber ich mag den Schreibstil der Autorin und die Charakterliche Entwicklung hat mich schließlich bei der Stange gehalten. Ich bin froh nicht abgebrochen zu haben. :)

      Liebe Grüße
      Ella <3

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  2. Ich bin so froh, dass du diese Rezension geschrieben hast! Um ehrlich zu sein, steht Varia schon seit Erscheinen auf meiner Wunschliste, aber nachdem ich in der Zwischenzeit ein paar negative Erfahrungen mit Selfpublisher-Büchern gemacht habe, befindet es sich nicht mehr weit oben auf meiner Prioritätenliste. Deine Begeisterung rückt es gerade wieder ein ganzes Stück hoch ;)

    Gefällt 1 Person

    1. Huhu :)

      Es freut mich wenn ich dir doch noch ein positives Gefühl für das Buch vermitteln konnte. Ich denke, dass man sich auf die Geschichte ehrlich einlassen muss. Sie hat ihre Spannungsschwächen, aber sie ist trotzdem toll geschrieben.

      Liebe Grüße
      Ella <3

      Gefällt mir

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