Rezension | Das Lied der Krähen von Leigh Bardugo

Heute möchte ich euch eine längst überfällige Rezension präsentieren. Das Lied der Krähe hat mich tatsächlich einige Nerven gekostet. Ungeschlagene drei Versuche habe ich gestartet, um die Geschichte rundum Kaz und seine diebischen Krähen zu beenden. Es gab verschiedene Gründe dafür. Warum und wieso, und wie mir das Buch von Leigh Bardugo schlussendlich gefallen hat, das kann ich euch heute endlich ganz ausführlich berichten.

Autorin: Leigh Bardugo
Verlag: Knaur Verlag
ISBN: 978-3-426-65443-9
Preis: 16,99 Euro (Taschenbuch)
ca. 585 Seiten

Verlag | Thalia | Amazon

Um was geht´s?

Klappentext

Sechs unberechenbare Außenseiter – eine unmögliche Mission

Ein Dieb mit der Begabung, aus jeder Falle zu entkommen. Eine Spionin, die nur »Das Phantom« genannt wird. Ein Verurteilter mit einem unstillbaren Verlangen nach Rache. Eine Magierin, die ihre Kräfte nutzt, um in den Slums zu überleben. Ein Ausreißer aus gutem Hause mit einem Händchen für Sprengstoff.

Höchst unterschiedliche Motive treiben die sechs Außenseiter an, die einen gefährlichen Magier aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt befreien sollen. Kaz Brekker, Meisterdieb und Mastermind, ist nicht der Einzige, der Geheimnisse vor den anderen verbirgt – und natürlich steckt weitaus mehr hinter dem Auftrag, als die sechs »Krähen« ahnen können …

Wie fand ich es?

Nun, wo soll ich anfangen. Das Lied der Krähen war eine Zeit lang in aller Munde. Viele schwärmten von der komplexen Story, aber es kam mir so vor, als ob auch genauso viele berichteten, dass sie das Buch abgebrochen haben, weil sie nur schwer in die Geschichte hineinfanden. Ich persönlich kann mich beiden Ansichten anschließen. Wie gesagt, drei Versuche habe ich gebraucht, um in Kerch Fuß zu fassen.

Leigh Bardugo warf mich in eine mir völlig unbekannte Welt und ließ mich ohne Kompass zurück. Ich fühlte mich überschüttet mit Informationen zu Orten, Personen und Gegebenheiten, die es für mich wirklich schwer machten, der Geschichte zu folgen. Es war mir persönlich viel zu viel auf einmal.

Ein weiterer Grund wieso ich das Buch immer wieder zur Seite legte, war der Spannungsbogen. Es gibt einen, keine Frage und zum Ende des Buches betrachte ich immer das Gesamtwerk. Aber bei meinen ersten Ansätzen, das Buch zu lesen, fesselte mich die Story einfach kein bisschen.

Der Grund?

Die Entwicklung dieser umfassenden und meiner Meinung nach sehr komplexen Geschichte braucht viel Zeit. Ich würde für mich behaupten, dass mich erst in der Mitte des Buches das Gefühl überkam, unbedingt wissen zu wollen, was aus Kaz und seinen Begleitern wird. Wohin ihr Weg führt und ob sie ihr Ziel erreichen werden. Das ist recht spät, weshalb ich durchaus verstehen kann, dass einige Leser das Buch vorher abgebrochen haben.

Warum ich es trotzdem beendet habe?

Ich breche Bücher wirklich nur ab, wenn ich mit der Story überhaupt nicht übereinkomme oder das ganze Geschehen, mir so dermaßen gegen den Strich geht, dass ich mich weigere weiterzulesen. Das war beim Lied der Krähen nicht der Fall. Ich fand die Welt cool, so düster und raubeinig, mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Ich mochte die Vielschichtigkeit der Charaktere. Jeder Einzelne hatte seine Ecken und Kanten, seine Geheimnisse und seinen ganz persönlichen Charme. Ich muss sagen, hier hat Leigh Bardugo mich absolut überzeugt. Bis zum Ende der Geschichte habe ich immer wieder etwas Neues zu den Krähen erfahren. Das war wirklich klasse.

„‚[…] Aber wenn Pekka Rollins uns alle umbringt, dann werde ich Wylans Geist dazu bringen, meinem Geist beizubringen, wie man Flöte spielt, nur damit ich euren Geistern so richtig auf den Geist gehen kann.'“

Das Lied der Krähen, S. 238.

Umso weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr konnte ich die vielen einzelnen Informationen, die mich am Anfang noch überforderten, zusammensetzen. Wie ein Puzzle, das einen zu Beginn nervt, weil es so riesig und unlösbar erscheint, sich aber am Ende beinahe von allein zusammenfügt.

Ich habe das Buch beendet mit dem Gedanken, dass es mir besser gefallen hat, als ich nach diesem schweren Leseprozess erwartet hätte. Die Ideenvielfalt, die mich zu Beginn erschlagen hat, hat mich zum Schluss überzeugt. Eine seltsame Wandlung, aber durchaus der Beweis, dass es sich manchmal wirklich lohnt, eisern zu bleiben.

Fazit?

Das Lied der Krähen ist ein Buch, das mich dennoch gespalten zurücklässt. Einerseits hatten wir es nicht leicht miteinander. Andererseits hat es mir viel besser gefallen, als ich erwartet hatte. Ich kann nur sagen, dass diese Geschichte Zeit braucht, um ihre Wirkung zu entfalten. Mehr Zeit, als manche Leser einem Buch geben würden. Ich war bereit dazu und habe es nicht bereut. Tatsächlich überlege ich mir gerade noch, ob ich mir Band 2 nun doch zulegen sollte.


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Ein Gedanke zu “Rezension | Das Lied der Krähen von Leigh Bardugo

  1. Liebe Ella,

    ich kann dich sehr gut verstehen. Ich habe Das Lied der Krähen nie beendet, auch wenn ich es mehrfach begonnen habe. Ich finde die Welt auch wundervoll. So düster und stimmungsvoll, aber die Geschichte konnte mich einfach nicht begeistern. Ich habe mich so durch die Seiten gequält und war leider viel zu oft gelangweilt. Von daher hast du meinen ganzen Respekt, dass du dich durch das gesamte Buch gekämpft hast :D

    Alles Liebe
    Janika

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