Rezension | Battle von Maja Lunde

Bei der Leipziger Buchmesse stolperte ich mehr zufällig in die Lesung von Maja Lunde. Eigentlich wollte ich zu Ava Reed, aber da ich zeitig dran war hörte ich mir die vorherige Lesung mit an. Ich kann nur sagen, dass ich wirklich froh darüber bin, denn sonst wäre ich diesem Buch womöglich niemals begegnet.

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Autorin: Maja Lunde
Verlag: Urachhaus Verlag
ISBN: 978-3-8251-5147-8
Preis: 17,00 €
ca. 224 Seiten

Verlag|Thalia|Amazon

Um was geht’s?

Amelie hat alles: eine Clique, einen netten Freund, Geld, großes Talent als Tänzerin und dazu Fleiß und Ehrgeiz. Doch der Konkurs ihres Vaters lässt ihre Welt plötzlich kopfstehen …

Wie fand ich es?

Beinahe einen Monat liegt es zurück, dass ich dieses Buch gelesen habe. Die Zeit verging wie im Flug und dennoch kommt es mir vor, als ob es gestern gewesen wäre. Ich habe euch mit Absicht den kurzen Klappentext vom Buchrücken hier platziert und ich rate euch, falls euch dieses Buch interessieren sollte, alle anderen Klappentexte zu ignorieren. Wie immer verrät er viel zu viel vom Inhalt und nimmt einen einfach jegliche Spannung vorweg.

„Ich war nicht wie Ida, die sich durch jeden Part hindurchquälte, oder wie Charlotte, die immer gegen das Zuviel ihres eigenen Körpers ankämpfen musste. Ich war Amelie Prytz und hatte das Tanzen im Blut.“

Battle, S. 12.

Der Einstieg viel mir sehr leicht, denn die Übersetzung aus dem Norwegischen ins Deutsche ist wirklich gut gelungen. Maja Lunde hat einen angenehmen und leichtfüßigen Schreibstil. Ich ließ mich einfach von der Geschichte mitreißen. Ein tolles Jugendbuch, das sich mit realen Problemen von jungen Menschen auseinandersetzt. Gerade in der Pubertät sind wir total unsicher. Alles was wir wollen ist dazu zu gehören und das Schlimmste was uns passieren kann, ist ausgegrenzt zu werden.

Ich finde, Battle trifft dieses Thema genau auf den Kopf. Amelie steckt mit ihren 17 Jahren in der Krise. Ihr Vater geht Konkurs und ihr ganzes Leben zerplatzt, wie eine bunte Seifenblase. Für eine Jugendliche, die es gewöhnt ist, die Kreditkarte ihres Daddys zum Glühen zu bringen, ist das der absolute Supergau.

Es war wirklich spannend, Amelie auf ihrem Weg zu begleiten. Für sie zählt nichts außer dem Tanzen. Ihr Verständnis für andere ist eher gering ausgeprägt. Sie hält sich für etwas Besseres und Besonderes. Es gab mehr als einmal die Situation, wo ich sie am liebsten richtig doll geschüttelt hätte. Andererseits ist sie erst 17. Wer macht in diesem Alter schon alles richtig? Sie schämt sich für den Konkurs und hat Angst, aus ihrem gewohnten Umfeld verstoßen zu werden. Sie begeht einen Fehler nachdem anderen. Aber dadurch lernt sie sich, ihre tiefsten Wünsche und eigenen Stärken immer mehr kennen.

„Zusammen mit Charlotte war man on top of the world, die Welt gehörte einem. Ihr Selbstbewusstsein, ihr altes Geld färbten auf uns alle ab, sodass wir auch da oben sitzen und auf alle anderen hinunterschauen konnten.“

Battle, S. 31.

Die Geschichte rund um Amelie ist schlicht und trotzdem fesselnd. Besonders vor Ida, eine von Amelies Freundinnen, ziehe ich den Hut. In einer Welt aus Schein und Glanz sich selbst so treu zu bleiben ist umwerfend. Auch Mikael konnte mich mit seiner Art begeistern, selbst wenn er nicht unbedingt zum Mittelpunkt der Geschichte zählte. Aber er begegnet Amelie freundlich und offenherzig, ohne jegliche Art von Vorurteil. Ein Attribut, das man heutzutage leider viel zu selten findet.

Ein weiterer Pluspunkt auf der Skala ist die Einbindung der Stadt Oslo. Ich war noch nie in Oslo oder gar in Norwegen. Dennoch schaffte es die Autorin, mir einen Teil ihrer Heimatstadt näher zu bringen. Sowohl über strukturelle, als auch über gesellschaftliche Bedingungen konnte ich etwas erfahren. Mich überkam das Gefühl, neben Amelie, direkt am Ort des Geschehens zu sein.

Fazit?

Maja Lunde hat mit Battle einen fantastischen Jugendroman geschrieben, in dem es um viel mehr geht, als Liebe. Themen wie Gruppenzwang, soziale Diskriminierung oder Ausgrenzung werden angeschnitten. Und ganz nebenbei erfährt man noch etwas über die Stadt Oslo. Es handelt sich um keine schwere Kost, dennoch regt der Roman zum Nachdenken an. Für Leute die gerne Tanzen ist dieses Buch mit Sicherheit auch eine gute Wahl. Dieser Schwerpunkt von Amelies Leben rückt keine Sekunde in den Hintergrund, was ich wirklich gut fand, denn gibt die Thematik dem Werk immerhin den Namen.

#BookRoadTrip

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