Ich bin du, du bist ich und wer sind wir? – #WritingFriday

Heute beginnt der erste #WritingFriday. Jeden Freitag werde ich gemeinsam mit Elizzy und einigen anderen Bloggerinnen und Bloggern meine Kreativität erblühen lassen. Kreatives Schreiben macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch die Fantasie in unseren Köpfen. Einfach loslassen und die Wörter rieseln von ganz allein auf das Papier. Meine erste Aufgabe bestand darin, einen Brief an mich selbst zu verfassen. Aber nicht an mein heutiges Ich, sondern an mein 15-jähriges Ich.

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Hey Ellen,

es ist schon eine Ewigkeit her, seit wir uns das letzte Mal begegnet sind. Ehrlich gesagt beinahe 15 Jahre. Okay, noch nicht ganz. Aber nichtsdestotrotz kann ich mich noch erinnern, als ob es gestern gewesen wäre. Deine Gedanken und Gefühle stecken in mir. Schön verpackt in kleinen Kartons. Mal schwarzweiß gestreift, mal bunt bekleckert. Jederzeit bereit geöffnet zu werden, um in die säuberlich aufgeräumten Erinnerungen abzutauchen, sie zu bewundern oder aus ihnen zu lernen. Kein Wunder, denn ich bin schließlich du, und du bist ich. Seltsam, oder?

Ja, finde ich irgendwie auch. Aber ich weiß genau, mit 15 Jahren stellst du dir oft die Frage, wie du wohl mal sein wirst mit 20, mit 25 oder gar 30 Jahren. Bist du hübsch? Trägst du immer noch diese vermaledeite Zahnspange? Was ist dein Job? Hast du einen Freund?

Du bist eher ruhig, vergraben in deiner eigenen Welt aus bunten Lichtern und Helden, die immer alles schaffen, was sie anpacken. Lesen, Zeichnen, mit deiner besten Freundin Mist bauen oder einen 24 h Star-Wars-Marathon veranstalten. Das ist alles, was dich interessiert. Du kannst die Beweggründe anderer nur schwer verstehen und dich trifft jeder Satz, der vielleicht nur im Spaß gesagt wird, wie ein Schlag ins Gesicht.

Tja, ich lege auch heute noch alles viel zu oft auf die Goldwaage. Aber keine Sorge, es trifft mich nicht mehr so sehr. Ich habe dazu gelernt, die Menschen, um mich herum besser zu verstehen. Viele der Dinge, die dir unendlich schwer fallen, fallen mir heute sehr leicht. Gute Freunde und eine tolle Familie haben mir dabei geholfen.

Einfühlsam und schüchtern, sind wohl die Worte, mit denen ich dich jetzt beschreiben würde. Aber auch mutig und willensstark. Schließlich hast du schon damals seit 3 Jahren für deine Auslandsreise gespart. »Ich will ins Ausland, die Welt sehen.« Das mit 12 Jahren zu sagen, finde ich sehr mutig. Das dann auch durchzuziehen, zeichnet deine Willensstärke aus. Aber auch diese Reise ist mittlerweile acht Jahre her. Wie doch die Zeit vergeht, unglaublich.

Und mach dir keine Gedanken, die Zahnspange bin ich losgeworden. Ein Glück, das Ding war wirklich der Horror. Wenn ich die bunten Kästchen in meinem Kopf so betrachte, bin ich übrigens ziemlich froh, dass du den Berufswunsch »Mangazeichnerin« dann doch irgendwann verstaut hast. Sei mir nicht böse aber echtes Talent sieht eindeutig anders aus. Nach so langer Zeit muss ich in dem Punkt mal ehrlich sein. Die Frage mit dem hübsch sein, kann ich dir leider nicht beantworten, denn das interessiert mich nicht mehr so sehr, wie dich. Mich wohl zu fühlen, steht bei mir an erster Stelle. Das ist vermutlich auch eine Form, hübsch zu sein, schätze ich.

Die Zeit verging wie im Flug und ich möchte dir heute sagen, hör auf dein Herz. Das hat mich nie im Stich gelassen, auch nicht bei den ganz schwierigen Entscheidungen. Jenen, denen man sich eigentlich gar nicht stellen will, die aber getroffen werden müssen. Wenn du jedoch immer an dich glaubst, bereit bist, Fehler zu machen. Auch aus dem tiefsten Loch wieder hinaus klettern kannst. Selbst die kleinsten Momente zu schätzen weißt und immer ein wenig mit dem Kopf in den Wolken hängen bleibst, dann verspreche ich dir, wirst du sehr glücklich werden.

Denn du bist ich und ich bin du.

Deine Ellen – älter, aber immer noch in der Welt der bunten Lichter zu Hause

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Der #WritingFriday ist eine Aktion von Elizzy, readbooksandfallinlove. Schaut vorbei und macht mit. ❤

Weitere tolle Texte findet ihr bei:

Rina von Geschichtszauberei
Elizzy von readbooksandfallinlove
Rika von Schwarzbuntgestreift
Gabriela vom Buchperlenblog
Janika von Zeilenwanderer

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30 Gedanken zu “Ich bin du, du bist ich und wer sind wir? – #WritingFriday

  1. Huhu!
    Huuui welch schöner Brief! Da würde sich dein jüngeres Ich sicherlich sehr freuen 🙂 Das mit der Auslandsreise klingt toll, wo warst du denn da?
    Ich habe mir ja exakt dieselbe Aufgabe für den Anfang herausgesucht – schön zu sehen, wie unterschiedlich man diese Aufgabe auch angehen kann 🙂

    Ganz liebe Grüße!
    Gabriela

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    • Hey Gabriela,

      irgendwie empfand ich diese Aufgabe am leichtesten, aber als ich dann Anfing brauchte ich doch eine ganze Weile, bis ich zufrieden war. 😀 Wie ging es dir?
      Ich war ein halbes Jahr in Neuseeland. Es war toll und die Reise hat mir sehr viel gegeben. Ich wäre auch gern länger geblieben, aber vielleicht fliege ich ja irgendwann noch einmal dahin. Das wäre toll.

      Liebe Grüße
      Ella

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      • Oh Neuseeland ist sicherlich großartig, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich wäre so gern in Irland … Hach .. Na ja. Noch ist nicht aller Tage Abend, wie man so sagt. 🙂

        Ich hatte den gleichen Gedanken, es lief dann auch recht flott von der Feder, quasi. Ich habe mir eher die Frage gestellt, was ich tatsächlich meinem früheren Ich sagen möchte, ohne mich selbst zu beeinflussen. Ein wahres Paradoxon 😀

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      • Irland ist auch wunderschön aber das Wetter ist echt verrückt. 😀 Regen, Sonne, Regen, es war zum verrückt werden. Ich hoffe für dich, dass du bald dorthin reisen kannst! 🙂

        Ich finde auch, wenn man einmal beim tippen ist, hört man nicht so schnell wieder auf. Ein Paradoxon verursachen wäre für uns alle fatal! XD Aber ich bin sicher, mein früheres Ich würde es eh nur für eine ihrer verrückten Tagträumereien halten. ^^

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  2. Liebe Ella, ein wundervoller Brief! Hut ab, vor deiner Willensstärke und das du deine Weltreise tatsächlich durchgezogen hast! Neuseeland muss fantastisch sein! Schön zu lesen, wie man „weiser“ auf sein Leben zurück blicken kann und vor allem wie man manche Entscheidungen besser versteht!
    Wünsche dir einen wundervollen Tag!

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  3. Liebe Ella, danke dir für einen so schönen Brief! Ich musste ganz oft an mein eigenes 15-jähriges Ich denken, während ich deine Zeilen las. Zahnspange, der Drang schön auszusehen, aus der eigenen kleinen Welt ausbrechen zu wollen, … hach ja, das waren Zeiten! 😉
    Liebste Grüße,
    Ida

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    • Hey Ida,

      ja, irgendwie ticken wir Mädchen wohl in dem Alter in gewisser Weiße alle gleich, egal ob man beliebt ist oder eher der Einzelgänger. Ich fand es schön meine Gedanken durch die Erinnerungen schweifen zu lassen. Aber irgendwie bin ich auch froh nicht mehr in diesem Alter zu sein. Es erschien damals alles so unendlich schwer, obwohl es das gar nicht war.

      Liebste Grüße
      Ella

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      • Da hast du Recht! Wahrscheinlich empfinden wir in weiteren 10 Jahren genauso und denken uns: „Warum hast du dir denn deshalb solche Sorgen gemacht und vor lauter Angst nicht mehr schlafen können? Völlig umsonst!“ 😉 Jedes Alter hat seine Höhen und Tiefen, und ich bin – wie du schon gesagt hast – auch sehr, sehr froh, dass das Teeniealter hinter mir liegt 😉

        Liebste Grüße und ein schönes Wochenende!
        Ida

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  4. Liebe Ella,

    dein Brief ist großartig!
    Ich finde deine Art zu schreiben großartig und musste schmunzeln und nicken und kann dich in einigen Punkten sehr gut verstehen.
    Wirklich toller Beitrag und ich freue mich auf die folgenden!

    Liebst,
    Rika

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    • Hey Rika,

      vielen lieben Dank! ❤ Ich freue mich das so vielen daran teilnehmen und die Texte lesen. Ich habe auch bereits wundervolle Zeilen gelesen. Ich denke, wir werden alle eine Menge daraus mitnehmen und wenn es nur eine gewaltige Portion Motivation ist. 😉

      Alles Liebe
      Ella

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  5. Ein wirklich schöner Brief – schade, dass man solche tröstenden Worte nicht wirklich an sein vergangenes Ich senden kann. Ich weiß, dass ich meinem fünfzehnjährigen Ich gerne einiges mit auf den steinigen Weg geben würde.

    Liebe Grüße,
    Smarty

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    • Liebe Smarty,

      da hast du recht. Vor allem hätte ich mir gern gesagt, dass alles nur halb so schlimm ist, wie ich es mir immer ausgemalt habe. Aber das haben meine Eltern mir ja auch gesagt und ich habe es ihnen nicht geglaubt. Vermutlich würde ich es mir selbst auch nicht glauben? Wer weiß. Das wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Eines ist jedoch sicher, wir wären heute nicht die Menschen, die wir sind, wenn wir mit 15 Jahren einen ominösen Brief erhalten hätten. 😉

      Alles Liebe
      Ella ❤

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  6. Liebe Ella!!

    Wooow ein toller Brief!! Es wäre schon toll, wenn man wirklich einen solchen Brief schreiben könnte – ich glaube, dass man dann manches besser ertragen hätte. Ich musste gerade auch Schmunzeln, mein Traumberuf war damals auch „Mangazeichnerin“ 😉 Wobei das Talent ansatzweise vorhanden war, nur die Motivation dann doch flöten gegangen ist. Ich habe lieber gelesen und geschrieben!
    Neuseeland muss wunderschön sei *_* Wirklich mutig von dir und zielstrebig, wenn du das schon so früh wusstest!!

    Ich bin schon sehr gespannt auf deine nächsten Beiträge!
    Liebe Grüße
    Sari

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    • Liebe Sari,

      vielen lieben Dank. 🙂 Ja, es wäre mega cool seinem jüngeren Ich tatsächlich einen solchen Brief zu übermitteln. ^^

      Ach echt? Ja cool. Ich wäre ja schon neugierig, wie deine Zeichnung aussehen?! Ich war damals sogar in Köln auf einer Manga-Messe und habe an einem Zeichenwettbewerb teilgenommen. Als ich dann die Gewinner gesehen habe, im Vergleich zu meinem Manga, wusste ich, dass ich niemals so gut werden würde. Ich denke, danach ist dieser Traum langsam abgestorben.

      Neuseeland ist super schön, wenn es nicht so weit weg und die Preise so teuer wären. Aber irgendwann fliege ich sicher nochmal dahin. Ganz sicher. ^^

      Liebste Grüße
      Ella

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  7. Ach, Ella!
    Wie wundervoll. Obwohl ich zugeben muss (Rika ist Schuld!) das ich schwarzbuntgestreift gelesen habe. Das muss sich wohl schon total in mein Gehirn eingebrannt haben 😛
    Der Brief ist wirklich wundervoll und ich denke, es ist super wichtig, anzuerkennen, was man in dem Alter schon alles auf die Beine gestellt hat. Zuzugeben, dass man Wünsche und Träume hatte, die vielleicht nicht so der Burner waren, die einem vor langer Zeit jedoch viel bedeutet haben.
    Vor fast 15 Jahren kannten wir uns zwar noch nicht, aber ich muss sagen, so wie ich dich kennengelernt habe, bist du erste Sahne :*

    Liebste Grüße,
    Wiebi

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    • Liebe Wiebi,

      Oh, vielen lieben Dank! ❤ Das ist wirklich sehr lieb von dir! Und das du da was anderes gelesen hast, macht doch nichts. 😀 Manchmal lese und höre ich auch verquere Dinge. ^^ So ist das halt, wenn mit einer Gesichtshälfte immer irgendwie in einem Buch
      bzw. in einer anderen Welt steckt. 😀

      Liebe Grüße
      Ella

      Gefällt 1 Person

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