Rezension | Das steinerne Schloss von Anna Weydt*

**Achtung – Rezensionsexemplar – Kann Spuren von Werbung enthalten**

Vor einer ganzen Weile erhielt ich Post von der neuen Autorin Anna Weydt. Mit viel Mühe hat sie ihr Debüt angekündigt. Ein Schlüssel und geheimnisvoller Brief trudelten bei mir ein, dessen Hintergründe es zu erforschen galt. Gemeinsam mit Rika von schwarzbuntgestreift und Wiebi von stars, stripes & books stürzte ich mich ins Leseabenteuer.

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Autor|in: Anna Weydt
Verlag: books2read (Harper Collins)
ASIN: B07G9JF2SN
Preis: 5,99 € (eBook)
ca. 322 Seiten

Verlag|Amazon

Um was geht’s?

Ein Talisman, der sie beschützt. Eine Sage, die sie verfolgt. Ein Familiengeheimnis, das sie lüften muss.

Als Charlie aus dem Nichts von mythischen Kreaturen angegriffen wird, treten ihre Alltagssorgen mit einem Schlag in den Hintergrund. Die einzige Aussicht auf Schutz bietet ein Bündnis mit dem wortkargen Erik, der ihr wie auf Schwingen getragen zu Hilfe eilt. Kann ihr mysteriöser Retter Licht ins Dunkel bringen?

Gefangen in einem Labyrinth aus Lügen kämpft Charlie um Antworten. Doch fündig wird sie erst, als es längst kein Zurück mehr gibt.

Wie fand ich es?

Die Spannung in den ersten Kapiteln war definitiv unübertrefflich. Gerade bei Kapitel 2 sind Rika, Wiebi und ich uns einig, dass wir uns hier echt gegruselt haben. Anna Weydt zeigt mit einem angenehmen Schreibstil, dass auch Neu-Autorinnen ihr Handwerk verstehen. Die Idee, die sie mir innerhalb der ersten Kapitel offenbarte, war interessant. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, außer das mir der Grundgedanke neu war und er mir in dieser Form noch nicht untergekommen ist.

„Doch je näher sie dem Rollstuhl kam, desto mehr machte sich Unsicherheit in ihrer Magengegend breit. […] Die Härchen an ihren Armen stellten sich auf. Alles in ihr schrie danach, umzukehren.“

Das steinerne Schloss, Pos. 103.

All das fachte meine Neugier auf die Geschichte umso mehr an. Der Klappentext verrät nicht viel über den Inhalt, sodass die Entwicklung der Story völlig unerwartete Ausmaße annahm. Ich hatte keine Ahnung, wo das alles hinführen sollte, was ich zu Beginn ziemlich aufregend fand.

Leider blieb dieses Gefühl nicht von Dauer, denn es schlich sich die ein oder andere Durstphase ein. Erik zum Beispiel verschwindet immer wieder spurlos. Anfangs ließ ihn das mysteriös und geheimnisvoll erscheinen. Aber mit der Zeit wirkte es auf mich mehr, als Mittel zum Zweck, damit die Protagonistin Charlie auch mal allein unterwegs war. Trotz, dass sein Verschwinden später durchaus begründet war, störte mich das ständige Abtauchen irgendwann. Es entfachte in mir ein Gefühl der Enttäuschung, denn der super spannende Einstieg erhielt durch die eher weniger ereignisreichen Folgekapitel einen argen Dämpfer.

Generell bin ich gegenüber Erik zwiegespaltener Meinung, ob ich ihn mag oder nicht. Warum sagt und erzählt er nichts? Das ganze Buch über musste ihm jedes Wort aus der Nase gezogen werden. Liegt es nur daran, dass er anders ist? Klar regt sich Charlie darüber auf, zu Recht, denn mich als Leser nervte diese Geheimnistuerei mindestens genauso. Es wirkte auf mich, als sollte sein Verhalten die Spannung anheizen, was bei mir persönlich eher das Gegenteil auslöste.

Die Liebesgeschichte begann vielversprechend und flachte dann leider zu einer „Ich verstehe nicht, warum sie ihn mag“-Story ab. Generell erschienen mir persönlich manche Szenen im Buch „zu gewollt“. Die Ideen waren gut, aber die Umsetzung zu glatt und vorhersehbar. Teilweise auch einfach viel zu schnell abgehandelt. Ich hätte mir hier und da einen Satz mehr gewünscht, der mich den Charakteren und ihren Gefühlen näher gebracht hätte. Ich konnte mir zwar oft denken, welche Intention der Autorin hinter einer Aussage oder einer Szene steckte, aber die Geschichte brachte es für mich nicht immer rüber.

Fazit?

Eine Geschichte, die unglaublich vielversprechend begann, der am Ende aber leider die Luft ausging. Situationen wiederholten sich und Erik bescherte mir mit seinem ständigen Verschwinden eher Frust, als Spannung und das trotz seines coolen Auftretens zu Beginn. Die Story steckte voller guter Ansätze, die mir jedoch zu schnell und zu sehr auf Druck wiedergegeben wurden. Der Liebesgeschichte fehlte es, für mich persönlich, an Tiefe. Für meinen Geschmack hätten es ruhig ein paar beschreibende Sätze mehr sein können, um mich in die Gefühlswelt der Charaktere besser hineinversetzen zu können.

Was sagen andere dazu?

„Der Beginn des Romans war wirklich der Hammer! Spannend, etwas völlig anderes, einfach nur genial. Zu meinem Bedauern wurden dann die Kapitel länger – zu lang für meinen Geschmack –, die Spannung flaute ab … Ich fand es wirklich super schade, dass das Niveau vom Beginn nicht gehalten werden konnte, denn dann wäre das Buch der absolute Kracher geworden. Da bin ich mir sicher.“, Wiebi von stars, stripes & books.

Signum


Ein Gedanke zu “Rezension | Das steinerne Schloss von Anna Weydt*

  1. Hallo Liebes! <3

    Ich finde, du hast da wirklich eine konstruktive Rezi geschrieben. Ich bin ganz deiner Meinung, dass an der ein oder anderen Stelle wirklich ein paar Sätze (mindestens) gefehlt haben – und das, obwohl die Kapitel echt immer länger wurden. Gerade gegen Ende hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht … Aber darüber haben wir ja auch schon gesprochen ;)
    Aber alles in allem darf mein eins nicht aus den Augen verlieren: Es ist ein Debüt. Kann also nur besser werden, oder?

    Liebste Grüße,
    Wiebi

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