Ein paar Dinge, die ich und mein Manuskript in einem Jahr gelernt haben #3

Von faulen Manuskripten und verlorenen Texten…

Ein ganzes langes Jahr arbeiten mein Manuskript und ich nun schon zusammen. Na ja, oder ich arbeite, während es faul auf meinem Rechner rumhängt. Echt mal, alles muss man alleine machen. Pff!

Und nach einem arbeitsreichen Tag bekommt man nicht mal ein Dankeschön für weitere 1.000 Wörter. Undankbares Ding!

Bild: Instagram – Ella Woodwater

Aber nichtsdestotrotz liebe ich es, denn in diesen geschriebenen Wörtern steckt mein ganzes Herz. Und das fängt bitterlich an zu weinen, wenn ich die ein oder andere Szene doch mal löschen muss, weil sie einfach nicht passt oder nicht nötig ist. Vor kurzem musste ich sogar einen ganzen Charakter eliminieren, weil ihn alle Testleser, als unnötig empfanden. Unnötig … wie das klingt?! *schnief* Aber dazu später mehr.

Heute geht es mir um die gelöschten Passagen und wie man in seinen ganzen Manuskript-Versionen durchsieht.

Lösche niemals einen Text, niemals!

Eine weitere Regel, die ich leider auf die schmerzhafte Art lernen musste, ist, niemals etwas endgültig zu löschen. Seit einem Jahr schreibe ich jetzt an diesem verdammten Buch und gerade zu Beginn habe ich mir überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, wie ich die ganzen Dokumente auf dem Laptop ordnen sollte.

Ich habe einfach drauf los geschrieben, gespeichert und gelöscht. Und schon bald kam ich zu dem Punkt, an dem ich dachte:

„Mist! Die Szene, die du in Kapitel 10 gelöscht hast, würde jetzt wunderbar in Kapitel 17 passen.“

Aber leider hatte ich die Szene aus Kapitel 10 nicht mehr. Sie war weg. Auf nimmer Wiedersehen. Gelöscht und für ewig verdammt von meinem Rechner. Das war wirklich blöd und selbst nach einer, im Nachhinein, sinnlosen Suche in älteren Manuskript-Versionen, tauchte sie nicht mehr auf. Es war zum Heulen und Haare raufen. Aber in dem Punkt hatte ich einfach Pech!

Was also tun?

Ich fing an, systematischer an die Speicherei heranzugehen. Besonders nach gravierenden Änderungen speichere ich seitdem immer alles unter einer neuen Version ab. Chronologisch mit Datum beziffert, sodass ich genau weiß, welches das aktuellste Werk ist. Und kürzlich brachte mich eine Autorenkollegin auf eine super Idee, für gelöschte Szenen, die ich mir jetzt ebenfalls angeeignet habe. (Vielen Dank, liebe Marie!)

You need

Bild: Ella Woodwater

Sie packt die ganzen ungewollten Szenen in ein extra Dokument namens „Outtakes“. Hier lümmeln sie dann vor sich hin, bis sie vielleicht an anderer Stelle nochmal zu Einsatz kommen. Und das ein oder andere Mal hat mir diese Variante schon geholfen. Ich freue mich wahnsinnig, wenn ich eine geliebte, aber aussortierte Szene, doch noch verwenden kann.

Darum bin ich ein Buchstaben-Messi!

Mittlerweile habe ich ein ganzes Sammelsurium an alten Texten. Aber solange mein Buch nicht beendet ist, werde ich mich hüten auch nur eines der alten Dokumente zu löschen. Vielleicht klingt das für den ein oder anderen Schreiberling unter Euch ziemlich messi-like, aber das ist mir egal. Ich bin überzeugter Buchstaben-Messi! Solange der Speicherplatz reicht, werde ich diese Methode weiterverfolgen. Um dann, an dem großen Tag, an dem mein Werk das Licht der weiten Buchwelt erblickt, alles radikal zu löschen. Hahahaaaa! *Freudiges Weltherrschaftslachen* Und wenn alle Stricke reißen, gibt es ja immer noch die nützliche Erfindung namens – externe Festplatte.

So, ihr Lieben, jetzt bin ich mal gespannt, wie ihr die ganze Sache mit der Speicherei und Löscherei händelt.

Seid ihr auch solche Buchstaben-Messis, wie ich? Oder doch eher minimalistisch veranlagt?

Wir sehen und lesen uns.

Eure Ella ❤

2 Gedanken zu “Ein paar Dinge, die ich und mein Manuskript in einem Jahr gelernt haben #3

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