Ein paar Dinge, die ich und mein Manuskript in einem Jahr gelernt haben #2

Manchmal muss ich einfach flüchten…

Mit Beginn meines Schreiberling-Daseins war mir, glaube ich, noch nicht klar, auf was ich mich da einließ. Ich wollte schreiben, Geschichten mit der Welt teilen und ja, eventuell auch ein Stückchen von dem großen Kuchen der Buchwelt kosten.

Jetzt, ein Jahr später, sieht die Welt schon ganz anders aus. Ich bin realistischer geworden, habe gelernt Prioritäten zu setzen. Auch wenn das hieß, Dinge loszulassen oder gar einzuschränken.

Schreiben ist ein sehr umfassendes Hobby, sehr zeitintensiv und es bedarf einer Menge Aufmerksamkeit. Das sollte jedem bewusst sein, der sich damit ernsthaft beschäftigen möchte. Ich gebe zu, anfangs habe ich darüber nicht nachgedacht. Ich dachte, ach, wen interessiert mein ganzes Gekritzel denn schon?

Nun, es waren mehr Leute, als ich gedacht hatte. Und mir wurde schnell klar, die Schreib- und Buch-Community ist zwar riesig, aber den Austausch und die Bekanntheit untereinander sollte man nicht unterschätzen. Niemand geht hier unter, wenn er das nicht explizit möchte.

Manchmal muss man Entscheidungen treffen…

Also fing ich an, mir Gedanken zu machen was ich wirklich wollte und entschied mich für das Schreiben und zwar in jeder Hinsicht. Ich schuf mir Platz, wo Platz benötigt wurde. Nämlich in meiner Freizeit. Es erstaunte mich selbst, wie viel Zeit ich erübrigen konnte, wenn ich es wirklich wollte.

Bloß raus hier!

Ein Buch schreiben, Menschen mit meinen Texten bewegen und ihnen interessante Beiträge bieten, das ist es was ich vor einem Jahr wollte und auch heute immer noch will.

Jedoch gelange ich immer wieder an einen Punkt, wo ich denke, ich kann nicht mehr. Das klingt jetzt, als ob ich alt und ausgelaugt wäre und nach einem Jahr wäre das ziemlich hart, aber so meine ich das auch nicht.

Es kommt manchmal einfach der Moment, wo ich den Laptop zuklappen, meine Arme und Beine strecken und wie ein angestochener Pudel nach draußen rennen muss. Raus und weg vom Laptop. Weg von den Buchstaben und vor allem weg von Facebook, Instagram und WordPress. So „schön“ es auch ist, in der virtuellen Welt, mit ihrem Perfektionismus und ihrer übertriebenen Selbstdarstellung, obwohl die Realität oftmals ganz anders aussieht, umso schöner ist es ihr, ab und an den Rücken zu zukehren.

Ich möchte gehen

Bild: Pinterest – quadrasophics.tumblr.com

Ich merke einfach, wie gut mir das tut, Pausen einzulegen, Freunde zu treffen und ausnahmsweise mal nicht über Bücher und das Schreiben zu reden. Nicht einsam in der Wohnung zu hocken und die nächsten Wörter zu tippen, sondern gemeinsam mit anderen zu lachen, gut zu essen und das Leben zu genießen.

Die eigenen Grenzen kennen, um die Motivation nicht zu verlieren

Ein Jahr lang habe ich jede freie Minute meiner Zeit in mein Hobby investiert und für mich selbst viel erreicht. Vor allem aber, habe ich viel gelernt, sowohl zur Verbesserung meiner Schreibfähigkeiten, als auch in der Erkenntnis meiner eigenen Grenzen.

Natürlich bewundere ich all die Blogger und Autoren, die täglich einen Beitrag posten, auf jedem Social Media Kanal unterwegs sind, zusätzlich 10.000 Wörter im Monat für ihr Buch schreiben und es hinbekommen, dass das alles auch noch wahnsinnig gut klingt. Und ja, ich würde das auch gerne können. Aber ich kann es nicht.

Ich weiß nicht wie ihr das macht, ohne das ihr euch einsam fühlt, in der ganzen Zeit, die ihr alleine mit eurem Computer verbringt. (Schreibforen/-gruppen oder Schreibnächte zählen für mich nicht als soziale Kontakte im realen Sinne.)

Mir ist klar geworden: Schreiben geht nicht einsam.

Ich brauche Luft und ich bin wirklich froh über meine Freunde, die Bücher überhaupt nicht interessieren. Denn sie bringen mich auf andere Gedanken, lenken mich ab und pusten meinen überladenen Kopf frei, sodass ich gestärkt und frisch an meinen einsamen Schreibtisch zurückkehren kann.

Wieder motiviert und euphorisch, die nächsten Wörter in den Laptop zu tippen, um sie mit der Welt zu teilen. Das ist für mich die perfekte Balance.

Wie seht ihr das, flüchtet ihr auch manchmal lieber vom Laptop weg, statt hin?

Eure Ella ❤

4 Gedanken zu “Ein paar Dinge, die ich und mein Manuskript in einem Jahr gelernt haben #2

  1. Ich brauche auf jeden Fall auch einen Ausgleich zum Schreiben, Planen und Sitzen vor dem Laptop. Freunde treffen, etwas unternehmen und gemeinsam lachen steht da ganz oben, aber ich gehe auch gern allein mal in den Botanischen Garten – die Natur und die Sonne genießen und einfach die Seele baumeln und Gedanken Gedanken sein lassen 🙂

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