Warum lese ich eigentlich?

Was für eine seltsame Frage, denkt ihr euch? Aber so absurd finde ich sie gar nicht. Denn irgendwann, in unser aller Buchleben, haben wir uns diese Frage sicherlich schon einmal gestellt. Oder, sie wurde uns gestellt, nicht wahr? Und, was habt ihr darauf geantwortet? Gewiss die Standardantwort: »Ich fand Bücher schon immer toll.« oder »Ich lese, seit ich denken kann.«
Aber ist dem wirklich so?

Auf diese Frage gekommen bin ich durch den Beitrag – Drüber nachgedacht – vom Primaballerina Blog. Hier schreibt Jess darüber, wie sich das Lesen in ihren Alltag integriert. Ihr Artikel hat jetzt nicht direkt etwas mit meiner Frage zu tun, aber er inspirierte mich dazu, mir folgende Fragen zu stellen:

  1. Warum lese ich eigentlich?
  2. Wie bin ich zum Lesen gekommen?
  3. Und, wann habe ich überhaupt begonnen richtig zu lesen? (Abgesehen von der ersten Klasse, in der ich Mimi´s Mama und ganze Familie kennengelernt habe.)

Zuerst dachte ich: »Puuh, schwere Fragen. Keine Ahnung. War irgendwie schon immer so.« Also diese typische 08/15 Antwort. Das Thema ließ mich jedoch nicht mehr los und ich habe tief in meinen Gehirnwindungen gegraben, um den Fragen richtige Antworten zu geben.

Warum lese ich eigentlich?

Da geht es mir, wie den meisten Leseratten und Bücherwürmern. Ich lese aus Spaß! Spaß an spannenden Geschichten, wirklich coolen Charakteren und fantastischen Welten. Es ist die Liebe zum geschriebenem Wort, die uns in diesem Punkt vereint. Es macht uns glücklich.

Außerdem flüchte ich an manchen Tagen nur allzu gern aus der Realität. Und sei es nur, um einem Serienkiller hinterherzujagen. Das ist allemal besser, als Wäsche waschen, Einkaufen und Putzen. Es gibt einfach nichts Schöneres, als nach einem langen Arbeitstag, sich mit einem leckeren Heißgetränk (hier spreche ich für alle Tee- und Kaffeeliebhaber), auf die Couch fallen zu lassen. Das aktuelle Lieblingsbuch zu greifen und in fremde Dimensionen abzutauchen.

Lesen wirkt auf mich total entspannend. Ich merke, wie die drüben Gedanken, wegen unliebsamer Dinge, den Kopf verlassen. Sie machen Platz für Abenteurer, Hexen und mutige Ermittler. Es ist einfach herrlich befreiend und tausendmal besser als Fernsehen. Zumal ich auch kein Netflix oder Ähnliches besitze und Lieblingsserien ansehen damit ausfällt. Ich müsste mir den ganz normalen Fernseh-Müll reinziehen und da sag ich nur … Nein, danke! Lieber lese ich bis spät in die Nacht und verpasse es rechtzeitig das Licht auszuknipsen, weil die Zeitreise mal wieder etwas länger gedauert hat, als geplant.

Wie bin ich zum Lesen gekommen?

Eine Frage, über die ich wirklich eine Weile nachdenken musste. Denn ich habe krampfhaft versucht, mich daran zu erinnern, welches mein erstes gelesenes Buch war. Aber egal, wie lange ich darüber nachgedacht habe… ich weiß es einfach nicht mehr.

Letztendlich kam ich aber zu dem Schluss, dass nicht unbedingt mein erstes Buch die Liebe zum Lesen geweckt hat, sondern meine Mutti. Ich weiß noch, wie sie meinem Bruder und mir jeden Abend vorgelesen hat. Aber nicht diese typischen Kindergeschichten, sondern die Gänsehaut Geschichten von. L. R. Stine. Ja, ihr habt richtig gelesen! Uns wurden Gruselgeschichten zum Einschlafen vorgelesen. Aber nicht das jetzt einer von Euch panisch die Seelsorge anruft, weil ihr denkt – Oh Gott die armen Kinder!
Nein, nein, wir haben es geliebt. Wirklich! Es gab nichts Besseres. Wir sind dafür extra einmal pro Woche zur städtischen Bibliothek geradelt, um Nachschub zu holen.

Und irgendwann konnte ich es anscheinend nicht mehr aushalten, bis abends zu warten, um zu erfahren, wie es weitergeht. Ich schätze, das war der Moment, als ich selbst zu Lesen begann.

Wann habe ich überhaupt begonnen richtig zu lesen?

»Richtig lesen« klingt beinahe so, als ob man »falsch lesen« könnte. Dem ist natürlich nicht so. Aber richtig lesen bedeutet für mich – regelmäßig lesen. Eben nicht nur ein Buch im Jahr und das am besten im Sommerurlaub am Strand. (Obwohl dem wirklich nichts entgegenzusetzen ist!) Sondern 10, 20 oder gar 100 Bücher im Jahr zu schmökern. Je nachdem wie einem der Sinn steht oder wie schnell man halt liest. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht wie viele Bücher ich im Jahr lese und ich möchte es auch gar nicht wissen. Einige Blogger machen daraus ja schon fast eine Art Buch-Bloggersport. Total abgefahren! Und ich bin teilweise echt baff, wie viele Bücher die Leute schaffen.

Generell kann ich mich dem Lesealltag von Jess und ihrem Beitrag auf dem Primaballerina Blog nur anschließen. Ich packe meine Lesezeit in jede freie Minute. Sie ist leider nicht immer so schön, dass ich gemütlich auf der Couch liegen kann. Der Alltag will eben auch bespaßt werden. Aber dennoch schaffe ich es, mindestens ein Buch die Woche zu lesen. Je nachdem wie dick oder wie schwer die Kost ist. An Marie´s Kernstaub zum Beispiel habe ich bedeutend länger gelesen. Kein Wunder bei knapp 1.000 Seiten.

Angefangen »richtig« zu lesen habe ich definitiv mit dem Erscheinen des ersten Harry Potter´s – Harry Potter und der Stein der Weisen. Oh, was habe ich dieses Buch geliebt! Wie Tausende andere habe ich es verschlungen und konnte es kaum ertragen solange auf den nächsten Band zu warten. Ich musste mich also irgendwie trösten. Und wie schafft man das besser, als mit anderen Büchern? Meine richtige Lesezeit begann also mit 10 Jahren und wart seitdem ungebrochen.

PS: Natürlich habe ich an meinem 11. Geburtstag auf einen Brief aus Hogwarts gehofft.
PPS: Leider ist er nicht eingetroffen.

Eure Ella ❤

10 Gedanken zu “Warum lese ich eigentlich?

  1. Anne-Wiebke Peters schreibt:

    Ein wundervoller Beitrag, der zum Nachdenken anregt. Auch ich hatte schon mehrfach über einen Post dieser Art nachgedacht und deinen zu lesen hat mich nun dazu angeregt, das Nachdenken endlich in die Tat umzusetzen 😉 Danke :*

    Gefällt 1 Person

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