Wo ist die Liebe für gute Musik geblieben? – #WritingFriday

Heute ist wieder #WritingFriday. Jeden Freitag werde ich gemeinsam mit einigen anderen Bloggerinnen und Bloggern meine Kreativität erblühen lassen. Kreatives Schreiben macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch die Fantasie in unseren Köpfen. Einfach loslassen und die Wörter rieseln von ganz allein auf das Papier.

Den letzten Freitag hatte ich ausgelassen, weil ich zu dem Thema mein Werk nicht beenden konnte. Ich wollte nur ungern etwas Unfertiges hochladen, aber heute bin ich wieder dabei. Also, bereit?

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Lasst die Musik ruhig nebenbei laufen…

Früher war alles besser. So, heißt es doch, oder?

Ich weiß nicht so recht, ob ich dem zu einhundert Prozent zustimmen kann. Ich mein … ja … klar, früher war das Feeling irgendwie besser. Versteht ihr, was ich meine?

Ich hatte das Gefühl gebraucht zu werden. Da gab es keinen Tag ohne Termin. Ausruhen war etwas für Geigen, aber nicht für mich. Ich meine, ich bin ein Cello. Wir wissen, wie man arbeitet. Puuh, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie stressig das war. Ständig musste ich mir die Politur sparen, weil dafür einfach keine Zeit war. Ja, und … naja … meine Seiten … ihr versteht … die mussten andauernd gewechselt werden. So etwas will man ja nicht preisgeben, schon irgendwie peinlich. Man fühlt sich, wie ein Junkie, wenn ständig Nachschub benötigt wird. Aber so war das eben. Jeder hat so gelebt. Es war normal.

Tja, und heute?

Heute kann ich mich glücklich schätzen, wenn mein Koffer mal entstaubt oder von einer Ecke in die andere geräumt wird. Schluss mit Terminstress und tosendem Applaus. Schluss mit Blitzlichtgewitter und Fettflecken auf meiner Decke. Meine Schnecke wurde schon seit Ewigkeiten nicht mehr gespannt.

Wisst ihr, wie sich das anfühlt? Wisst ihr es, hä?

Nein, natürlich nicht.

Ihr habt ja keine Ahnung! Die Politur kann ich mir mittlerweile sparen, weil es einfach keinen mehr interessiert, wie man aussieht. Alle tragen nur noch diesen Schlabberlook. Als ob das die Leute beeindrucken würde. Wie sehe es denn aus, wenn meine Seiten einfach so heraushängen würden? Tss.

Ich kann diesen neuen Trend einfach nicht verstehen. Was ist denn bitte los? Wo ist die Liebe für gute Musik geblieben?

Die Liebe für Klassik? Die Begeisterung gut gekleidet im schicken, glänzenden Schein ein Konzertsaal zu betreten? Die Augen zu schließen und einfach zu lauschen? Mir zu lauschen?

Zählt das denn jetzt alles nichts mehr?

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Ich hoffe, euch hat mein kurzer Auszug aus dem Leben eines vernachlässigten Cello gefallen. Ich selbst liebe die klassische Musik. Es ist einfach jedes Mal wieder ein Gänsehaut-Moment, den Konzertsaal der Dresdner Semperoper oder der Dresdner Philharmonie zu betreten und dieser großartigen Musik zu lauschen.

Johann Sebastian Bach hat sogar 6 ganze Solo-Stücke für das Cello geschrieben. Ich finde sie alle so unglaublich schön, sodass ich euch wirklich ans Herz lege, mal hinein zu hören. Das Stück im Video, ist wohl eines der bekanntesten.

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Der #WritingFriday ist eine Aktion von Elizzy, readbooksandfallinlove. Schaut vorbei und macht mit. ❤

WEITERE TOLLE TEXTE FINDET IHR BEI:

Zeilenwanderer
Lady SmartyPants
Ida´s Bookshelf
Buchperlenblog
readbooksandfallinlove
schwarzbuntgestreift
Federmädchens Federwelt

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23 Gedanken zu “Wo ist die Liebe für gute Musik geblieben? – #WritingFriday

  1. Hey du,
    das ist ein toller Beitrag. Ich glaube, hätte ich mich heute auch für dieses Thema entschieden, wäre ein ganz ähnlicher Beitrag entstanden.
    Ich trauere auch tatsächlich dem Cello hinterher. Nicht dass ich mal Cello gespielt hätte, aber ich finde es klingt einfach so wunderwunderschön, dass es viel häufiger in Musikstücken eingebracht werden sollte.
    Liebe Grüße
    Janika

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    1. Hey Janika,

      die Themen für Februar sind auch wieder so vielfältig, dass ich wirklich eine Weile überlegt habe, welches ich als erstes bearbeite. :-D Mal schauen, wie ich das Schnee-Thema umsetzen werde.

      Liebe Grüße
      Ella <3

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  2. Oh Ella, dein Beitrag zum vernachlässigten Cello ist einfach wundervoll. Wie du dem Cello eine Stimme gegeben hast – toll! Ich sehe es richtig vor mir, wie es vergnatzt und fassungslos in der Ecke hockt und sich darüber ärgert, dass niemand mehr seine Musik zu schätzen weiß. Aber ich kann es trösten – ich liebe Musik, in der Cellos glänzen dürfen und bin auch hoffnungslos am Rumheulen, wenn mich ein klassisches Stück im tiefsten Inneren berührt. Danke für diesen wirklich schönen Text. :)
    Liebste Grüße,
    Ida

    Gefällt 1 Person

  3. Huhu! :)
    Richtig toller Text, den du da geschrieben hast. Man bekommt wirklich Mitleid mit dem Cello. Flüstere ihm ruhig zu, dass nicht jeder sich von der klassischen Musik angewandt hat. Ich gehe sehr gern in klassische Konzerte und lausche dem Cello (und all den anderen wunderbaren Instrumenten) :)

    Liebste Grüße!
    Gabriela

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    1. Huhu :-)

      ach, wie schön, dass es noch so viele Begeisterte für klassische Musik gibt. <3 Im Konzert habe ich immer das Gefühl, ich bin die Einzige, die das Alter um gefühlt 50 Jahre senkt. :'D Geht dir das auch so?

      Alles Liebe
      Ella <3

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  4. Wow, du hast den Prompt wirklich toll umgesetzt! Da muss ich mir eindeutig auch was Gutes einfallen lassen, wenn ich mich an den heranwage.
    Sehr emotional, äußerst wortgewandt und mit vielem, dass nicht nur von einem Cello kommen könnte ;) Wirklich toll gemacht!

    Alles Liebe,
    Smarty

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    1. Hey Smarty,

      danke dir. ^^ Ja, ich wollte ein etwas trotzigeres Cello. Wahrscheinlich habe ich auch das Gefühl, dass genau so meine Querflöte über mich denkt. Ihr habe ich leider auch schon seit über 3 Jahren keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt. Vielleicht kommt das irgendwann wieder. Aber wie das eben so ist, Prioritäten verschieben sich.

      Liebste Grüße
      Ella

      Gefällt 1 Person

      1. *husthust* Meine Querflöte hat einmal im Jahr Ausgang: Zu Weihnachten. Da trällere ich für die Großeltern die immergleichen Weihnachtslieder xD Und da meine ehemalige Lehrerin mit jegliche Freude ausgetrieben hat, wird sich das in absehbarer Zeit auch nicht ändern.

        LG

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      2. Hey, da bist du aber immerhin schon besser, als ich. ^^ Selbst zu den Feiertagen hole ich sie nicht raus. Ich würde nie auf den Gedanken kommen sie zu verkaufen, aber ob ich jemals wieder spielen werde… Eigentlich hoffe ich es. :-)
        Schade, das dir deine Lehrerin den Spaß daran verdorben hat. Ein Instrument ist ein toller Begleiter.

        Liebe Grüße
        Ella

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  5. Hallo Ella,
    das Cello-Thema hat ja einige inspiriert, ich find es toll, wie du es umgesetzt hast. Eher so passiv-aggressiv, leicht ironisch, etwas „verstimmt“, du hast dem Cello wirklich eine Stimme gegeben.
    Ich war noch nie in einem Konzert, höre mich aber grad durch die russischen Sinfoniker. Und Ende April werd ich dann zum ersten mal auf ein Konzert gehen, freu mich schon total. Beethoven und Bruckner wird es sein. Allerdings wird sich Pforzheim schwerlich mit der Ausstrahlung einer Semperoper messen lassen. Na ja, irgendwo muss man ja mal anfangen
    LG – Daniela
    Mein Cello-Beitrag
    PS: Ich folge dir, nehme dich in meine Blogroll auf

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Daniela,

      vielen Dank für deine Worte. :-) Ich bin froh, dass viele den Witz und den Trotz heraus gelesen haben. Mein Cello ist halt eine olle Diva! :-D

      Oh, wie schön! Ein Konzert von Beethoven und Bruckner. Dann wünsche ich dir auf jeden Fall ganz viel Spaß! Es muss kein großes Konzerthaus sein, um einmalig zu wirken. Genieße es und hab Spaß, das ist das Wichtigste! ;-)

      Und vielen lieben Dank für die Aufnahme in deine Blogroll! Das freut mich sehr. <3

      Alles Liebe
      Ella

      Gefällt mir

    1. Hey Vanessa,

      entschuldige meine späte Antwort, aber die Grippe reißt uns hier alle nieder. ^^
      Klassische Musik ist wunderschön. Ich liebe sie und höre sie dennoch viel zu selten, leider. Vielleicht eines der Dinge, die man 2018 ja etwas ändern könnte. Das Jahr ist ja noch jung. ;-)

      Liebste Grüße
      Ella <3

      Gefällt 1 Person

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