Les doch mal Englisch!

Viele haben sich bereits getraut. Immer wieder sehe ich die zahlreichen Posts bei Instagram und Facebook von englischen Büchern. Die liebe Jill hat sogar einen Beitrag darüber geschrieben, dass das Lesen gar nicht schwer ist, selbst wenn man kein Englisch-Ass ist. Trotzdem denke ich, dass immer noch viele davor zurückschrecken.

Les doch mal Englisch!

Ja, warum denn nicht? Englische Bücher lesen kostet mit Sicherheit ein wenig Überwindung, vor allem, wenn es für euch das erste Mal ist. Vielleicht seid ihr unsicher, ob ihr überhaupt irgendetwas von diesem Buch verstehen werdet. Aber wie wollt ihr das herausfinden, wenn ihr es nicht probiert?

An Erfahrungen kann man nur wachsen und erst Recht in Sachen Sprache. Englisch ist immerhin unsere Weltsprache. Sie nimmt, ob wir es wollen oder nicht, einen bedeutenden Anteil in unserem Leben ein. Nicht nur in der Literatur. Wir begegnen ihr tagtäglich. Während der Arbeit, beim Einkaufen, im Fernsehen und natürlich im heiß geliebten Internet.

Ich weiß noch genau, wie mich die Chefin auf meiner früheren Arbeit dazu verdonnerte, eine englische Führung durch unser Unternehmen, für die Wirtschaftspartner aus Schweden, zu leiten.

Oh Gott! Das war der reinste Horror, sag ich euch.

Stundenlang habe ich mir die Vokabeln in den Kopf gedroschen, in der Hoffnung, mich nicht zu sehr zu blamieren. Ich glaube, so kurz vor einem Herzstillstand, stand ich seitdem nie wieder. Aber ich habe es geschafft. Und die Jungs aus Schweden waren echt voll in Ordnung. Keine Ahnung, ob die mich verstanden haben. Es hat sich zumindest keiner beschwert. Stattdessen haben sie mich bei Kaffee und Kuchen nach Schweden eingeladen. Ich muss also irgendetwas richtig gemacht haben. Leider bin ich inzwischen arbeitstechnisch umgezogen und konnte den Besuch nie wahrnehmen. Schade, ein Trip nach Schweden wäre sicher eine feine Sache gewesen.

Was ich Euch aber eigentlich mit dieser Geschichte sagen will, ist: Eine fremde Sprache sprechen, ist um einiges schwerer als Lesen. Und es kostet viel mehr Überwindung, weil die Fehler und das Unwissen über die Sprache nicht verheimlicht werden können. Beim Lesen hingegen merkt niemand, dass ihr etwas nicht wisst oder versteht. Ihr zückt einfach euer Wörterbuch und seht nach.

Und – Tadaaa – ihr lernt direkt etwas dazu.

Das Beste an der ganzen Sache ist: Im Nachhinein wird euch keiner fragen, wie oft ihr welches Wort googeln musstet. Dann zählt nämlich nur noch der Inhalt und der Spaß an der Geschichte.

Mein erstes englisches Buch war, wie bei vielen ungeduldigen Lesern vermutlich auch, Harry Potter.

English Harry Potter

Bild: Ella Woodwater

Ich konnte einfach nicht abwarten, bis der neue Teil in Deutsch erscheint. Mein Paps war damals die beste Buchquelle überhaupt, denn er hat zu der Zeit oft in London gearbeitet. Der Weg zum englischen Buchladen war damit ein Klacks. Die deutschen Bücher habe ich mir natürlich trotzdem gekauft, ist ja klar, aber ich hatte sie bereits auf Englisch gelesen. Das Wörterbuch lag dabei immer griffbereit neben mir. Ich weiß sogar noch das erste Wort, das ich nachschlagen musste:

broom = Besen

Ich werde dieses Wort nie wieder vergessen. Es hat sich regelrecht in meine Gehirnwindungen eingebrannt. Wenn das nicht mal der ultimative Lerneffekt ist?! ^^

Also ran an the english books!

Greift sie euch, traut euch, und scheut euch nicht davor das Wörterbuch zu nutzen. Mit der Zeit kommt der Lesefluss von ganz allein und ihr werdet feststellen, dass es gar nicht notwendig ist, jedes einzelne Wort zu übersetzen. Ihr werdet die Story auch so verstehen. Und ich? Ich werde meinem inneren Schweinehund mal ordentlich in den Hintern treten und »A Game of Thrones: A Song of Ice and Fire« von George R. R. Martin weiterlesen. Es ist unfassbar, wie lange das schon auf meinem eReader herumgeistert.

Wir sehen und Lesen uns.

Eure Ella ❤

16 Gedanken zu “Les doch mal Englisch!

  1. Hi Ella, da sagst du was! Ich bin begeisterte Englisch-Leserin, musste mich bei den ersten Büchern aber auch überwinden. Es ist aber tatsächlich so, dass man sehr viel lernt. Ich kenne auch noch ein Wort aus dem ersten englischen Krimi den ich gelesen habe, das ich nachschlagen musste und nie vergessen habe: witness = Zeuge. 🙂 Heute lese ich Bücher von englischen Autoren auf Englisch und deutsche Autoren auf Deutsch. Bei den Übersetzungen geht leider oft viel vom Stil verloren! Liebe Grüße, Daniela

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Daniela,
      es freut mich zu hören, dass du so gern englisch liest. 🙂 Mit der Übersetzung hast du natürlich recht. Ein Grund mehr einige Bücher mal auf Englisch zu versuchen. ^^
      Liebe Grüße
      Ella

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  2. Hallo Ella,

    ja und auch hier kann ich dir nur zustimmen. Anfangs dachte ich auch, dass mir das Nachschlagen vor allem den Lesespaß nehmen würde, weil man ja nicht im Fluss liest wie im Deutschen.
    Ich habe sogar gemerkt, dass es mir fast leichter fällt, wenn ich nicht jedes Wort nachschlage, sondern auch einfach mal weiter lese, denn meistens erklärt sich das Wort im Kontext. Sollte es mal nicht so sein, schlage ich es nach und wenn ich es dann immer noch nicht kann, wird es halt aufgeschrieben xD
    Wie du bleiben gewisse Dinge einfach hängen. Damals mit Harry Potter habe ich wand so oft nachschlagen müssen, obwohl es eines der wohl bekanntesten und einfachsten Wörter ist… nun, jetzt werde ich es wohl nie wieder vergessen 😀

    Liebe Grüße,
    Anna

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Anna,

      schön zu lesen, dass ich nicht die Einzige bin, die ihren Wortschatz durch Harry Potter erweitert hat. XD Aber du hast recht, der Kontext eines englischen Buches ist manchmal einfacher zu verstehen, als man zu Beginn denkt. Aber das merkt man eben auch erst, wenn man es versucht. 🙂

      Liebe Grüße
      Ella

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